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Zu einem Vortrag mit diesem Thema lud der Montessori-Verein
im November Mitglieder und andere Interessierte ein.
Referent war Dr. Armin Krenz, der als Wissenschaftsdozent und
Psychotherapeut am außeruniversitären „Institut für angewandte Psychologie
und Pädagogik" in Kiel mit vielen Lehraufträgen in Deutschland und dem
europäischen Ausland arbeitet.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Entwicklungspädagogik der ersten sieben
Lebensjahre von Kindern und Prozess und Personqualität in
Kindertageseinrichtungen.
Er ist Autor vieler Fachbücher und Elternratgeber.
Das große Thema „ Bildung“ von Kindern ist in aller Munde.
Schnell stellt sich die Frage, welche “Art der Bildung“ Kinder brauchen und
welche „ Formen der Bildungspädagogik“ entwicklungsförderlich für Kinder
sind. Insoweit kommt es immer darauf an, wie eine Förderung von Kindern
gestaltet wird, was Kinder in welcher Form lernen können, was Lernen
grundsätzlich bedeutet und welche Förderaspekte nachhaltige Lernauswirkungen
haben bzw. kontraproduktiv sind. Lernen Kinder im Spiel oder ist die Zeit
des Kinderspiels eine weitgehend überflüssige kindliche Ausdrucksform?
Welche Bildungsaktivitäten fördern nachweislich eine Schulfähigkeit der
Kinder und warum ist ein vorgezogenes, schulisches Lernen von
kontraproduktiver Wirkung?
In diesem Vortrag sollte es darum gehen, eine Bestandsaufnahme der Begriffe
„Bildung, Lernen und Schulfähigkeit“ vorzunehmen und Konsequenzen für die
Praxis abzuleiten.
Armin Krenz unterschied klar zwischen abfragbarem Wissen und
Bildung im Sinne von Persönlichkeitsbildung und wies darauf hin, dass das,
was heute in Kindergärten und Schulen angestrebt wird, weitgehend an
vorzeigbaren Ergebnissen orientiert ist und nicht an den Prozessen, die
durchlaufen werden müssen, damit wirkliche innere Bildung und Beziehung
durch Freude und Begeisterung entstehen kann.
Krenz arbeitete die Persönlichkeitsmerkmale heraus, die notwendig sind, um
die seelischen Grundbedürfnisse zu befriedigen, wie u.a. Ruhe erleben,
Optimismus erfahren, Gefühle erleben, Mitsprache haben, Sicherheit spüren.
Optimales Lernen erfolgt in einer entspannten und
fehlerfreundlichen Umgebung, in der Kinder Liebe und Sicherheit erfahren
dürfen. Dies sind die Voraussetzungen für eine glückliche Kindheit und eine
gute Bildung.
Vehement wehrte er sich gegen die Ziele der
Familienministerin, unter 3-jährige in die Kindergärten zu geben. Denn was
diese brauchten, sei eine Betreuung und Begleitung in - wenn schon -
familienähnlichen Kleingruppen.
In Schleswig-Holstein hat er mitgestaltet, dass die Tagesmütter bzw. -väter
eine 250-stündige Ausbildung erhalten und zusätzlich alle zwei Monate eine
Supervision bekommen.
Mit vielen praktischen Buchvorschlägen beendete Krenz
schließlich den lebendigen und überzeúgenden Vortag.
Im Anschluss an den Vortrag konnten Fragen an den Referenten
gestellt werden.
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